Umfangreiche Testmanagement Lösung für komplexe Herausforderungen.
Test Plan Software Testing: Wie Sie mit einem strukturierten Testplan Qualität, Risiken und Releases steuern
Ein praxisnaher Leitfaden für Entscheider, QA-Teams und Projektmanager: Definition, Pflichtbestandteile, Scope of Testing, Exit Criteria, Templates, typische Fehler und Optimierung eines Testplans.
Einführung in den Testprozess
Der Testprozess ist das Rückgrat jeder erfolgreichen Softwareentwicklung. Im Zentrum dieses Prozesses steht der Software Testing Testplan: Er sorgt dafür, dass die entwickelte Anwendung nicht nur funktioniert, sondern auch den definierten Anforderungen und Qualitätsstandards entspricht. Was ist ein Test? Ein Test ist eine gezielte Überprüfung, ob eine Software die gewünschten Funktionen und Qualitätsmerkmale erfüllt. Was ist also ein Test Plan? Was ist ein Test Plan im Software Testing? Mit diesen Fragen beginnt die strukturierte Herangehensweise an das Thema.
Ein Testplan für Software Testing ist weit mehr als nur ein Dokument – es ist die zentrale Steuerungsgrundlage für alle Testing-Aktivitäten im Projekt. Ein Test Plan ist ein strukturiertes Dokument, das festlegt, wie die Teststrategie konkret umgesetzt wird, welche Testmethoden zum Einsatz kommen, welche Ressourcen benötigt werden und wie der Zeitplan für das Testing aussieht. Durch einen strukturierten Testprozess mit einem klaren Testplan für Software Testing wird sichergestellt, dass Fehler frühzeitig erkannt, Risiken minimiert und die Qualität des Produkts messbar gesteigert werden. Dieser Artikel richtet sich insbesondere an QA-Manager, Testmanager, Entwickler und Projektleiter und zeigt ihnen, wie sie mit einem effektiven Testplan für Software Testing ihre Testprozesse optimieren und Projekterfolge sichern können. So wird Testing zu einem integralen Bestandteil des gesamten Entwicklungszyklus und nicht zu einer nachgelagerten Pflichtübung. Dabei werden Definition, Bestandteile, Erstellung, unterstützende Tools, häufige Fehler sowie Optimierungsmöglichkeiten eines Testplans umfassend behandelt.
Der nächste Abschnitt erklärt, was ein Testplan im Software Testing genau ist und welche zentrale Rolle er im Testprozess einnimmt.
Definition: Was ein Testplan im Software Testing wirklich ist
Ein Testplan ist laut ISTQB Foundation Level Syllabus ein Dokument, das die Testziele, Ressourcen und Prozesse für ein Testprojekt. Dazu sollte auch der Umfang und der Zeitplan der geplanten Testaktivitäten beschrieben werden. Er definiert unter anderem Testobjekte, Verantwortlichkeiten, Testumgebungen sowie Ein- und Austrittskriterien für Tests.
Aus Management-Sicht entscheidend - Ein Testplan beantwortet verbindlich die Fragen:
- was getestet wird
- wie tief getestet wird
- wann getestet wird
- durch wen getestet wird
- wann ein Release als verantwortbar gilt

Ein Testplan ist keine Teststrategie (strategischer Rahmen auf Organisationsebene) und kein Testkonzept (methodische Beschreibung), sondern ein projektspezifischer Umsetzungs- und Entscheidungsplan mit klaren Commitments.
Dieser Überblick bildet die Grundlage, um die wesentlichen Bestandteile eines belastbaren Testplans zu verstehen, die im nächsten Abschnitt erläutert werden.
Die 7 Pflichtbestandteile und Testziele eines belastbaren Testplans
Fehlt einer dieser Punkte, entstehen systematische Risiken – unabhängig von Teamgröße, Tools oder Methodik.

1. Testziele (Test Objectives) & Qualitätskriterien
Die Testziele definieren klar und präzise, was aus Business- und Qualitäts-Sicht als „ausreichend getestet“ gilt. Sie legen fest, welche Anforderungen und Funktionen der Software geprüft werden müssen, um die gewünschten Qualitätsstandards zu erfüllen. Qualitätskriterien beinhalten messbare Parameter wie Fehlerdichte, Testabdeckung oder Performance-Metriken, die als objektive Maßstäbe für den Erfolg des Testens dienen. Diese Ziele helfen dabei, den Fokus der Tests zu steuern, Prioritäten zu setzen und sicherzustellen, dass das Produkt die Erwartungen der Stakeholder erfüllt.
2. Testumfang (In- & Out-of-Scope)
Der Testumfang beschreibt detailliert, welche Funktionen, Module und Schnittstellen der Software getestet werden (In-Scope) und welche bewusst ausgeschlossen sind (Out-of-Scope). Diese Abgrenzung schafft Transparenz für alle Projektbeteiligten und verhindert Missverständnisse sowie unnötigen Aufwand. Beispielsweise können bestimmte nicht-kritische Features oder experimentelle Funktionen vom Test ausgeschlossen werden, um Ressourcen zu sparen. Ein klar definierter Testumfang ist essenziell, um die Testaktivitäten zielgerichtet und effizient zu gestalten.
3. Risikobewertung & Priorisierung
Die Risikobewertung identifiziert potenzielle Fehlerquellen und Geschäftsrisiken, die durch Softwarefehler entstehen können. Dabei werden Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrem möglichen Schaden priorisiert. Kritische Funktionen mit hohem Einfluss auf das Geschäft werden bevorzugt und intensiver getestet. Diese Priorisierung ermöglicht eine risikoorientierte Testplanung, bei der Ressourcen gezielt für die Bereiche eingesetzt werden, die den größten Einfluss auf die Qualität und den Erfolg des Produkts haben.
4. Testarten & Teststufen
Dieser Punkt definiert die verschiedenen Arten von Tests, die im Projekt durchgeführt werden, sowie die Teststufen. Typische Testarten sind beispielsweise Funktionstests, Sicherheitstests, Performance-Tests oder Usability-Tests. Teststufen umfassen Unit-Tests, Integrations-Tests, System-Tests, Abnahme-Tests (UAT) und Regressionstests. Die Auswahl und Kombination der Testarten und -stufen richtet sich nach den Anforderungen des Projekts und stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte der Software umfassend geprüft werden.
5. Rollen & Verantwortlichkeiten
Hier werden die beteiligten Personen und ihre Aufgaben im Testprozess klar definiert. Dazu gehören Testmanager, Tester, Entwickler, Fachbereichsvertreter und weitere Stakeholder. Die Verantwortlichkeiten umfassen die Durchführung der Tests, die Freigabe von Testergebnissen, die Entscheidung über Release-Freigaben sowie das Management von Defekten. Eine eindeutige Zuordnung verhindert Doppelarbeit, sorgt für klare Kommunikationswege und stellt sicher, dass alle Beteiligten wissen, welche Erwartungen an sie gestellt werden.
6. Zeitplan & Abhängigkeiten
Der Zeitplan legt fest, wann welche Testaktivitäten stattfinden und wie sie in den Gesamtprojektplan eingebettet sind. Er berücksichtigt Abhängigkeiten zwischen Testphasen, Verfügbarkeiten von Ressourcen und Meilensteine im Projekt. Ein realistischer Zeitplan ermöglicht es, Testaktivitäten rechtzeitig durchzuführen, Engpässe zu vermeiden und den Fortschritt transparent zu verfolgen. Er ist auch Grundlage für die Koordination mit anderen Teams wie Entwicklung, Betrieb und Management.
7. Metriken & Abnahmekriterien
Metriken sind objektive Kennzahlen, die den Fortschritt und die Qualität des Testens messbar machen. Typische Metriken sind beispielsweise die Anzahl gefundener Defekte, die Testabdeckung, die Fehlerbehebungsrate oder die Durchlaufzeit von Tests. Abnahmekriterien definieren, wann ein Test oder eine Testphase als erfolgreich abgeschlossen gilt – etwa wenn alle kritischen Fehler behoben sind oder eine bestimmte Testabdeckung erreicht wurde. Diese Kriterien bilden die Grundlage für fundierte Go/No-Go-Entscheidungen und stellen sicher, dass die Software nur dann freigegeben wird, wenn sie den definierten Qualitätsanforderungen entspricht.
Zusätzlich sollte ein Testplan auch die benannten Ressourcen enthalten, wie das Testteam sowie benötigte Hardware und Software. Ebenso ist die Testumgebung klar zu definieren, die auch Netzwerkkonfigurationen umfasst, um ein realistisches und aussagekräftiges Software-Testing zu gewährleisten.
In Projekten mit Zeitdruck fehlen besonders häufig die Risikopriorisierung, messbare Abnahmekriterien und eine klar benannte Go/No-Go-Rolle – mit direkten Folgen für Release-Entscheidungen.
Nachdem die wichtigsten Bestandteile eines Testplans erläutert wurden, folgt nun, wie ein solcher Plan in der Praxis erstellt wird.
Der Testumfang: Was wird getestet – und was nicht?
Der Testumfang, oder auch scope of testing, ist einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg eines Softwareprojekts. Er legt fest, welche Funktionen, Module und Schnittstellen im Rahmen des Testings überprüft werden – und ebenso wichtig: was explizit nicht getestet wird. Ein klar definierter Scope of Testing verhindert Missverständnisse, schützt vor unnötigem Mehraufwand und stellt sicher, dass alle kritischen Bereiche des Produkts abgedeckt sind. Im Testplan wird der Testumfang detailliert beschrieben, inklusive der geplanten Testarten wie funktionales Testing, Sicherheitstests oder Performance Testing. So wird transparent, welche Testfälle und Testaktivitäten innerhalb des festgelegten Rahmens liegen und welche Bereiche – etwa aus Zeit- oder Budgetgründen – bewusst ausgeklammert werden. Ein sauber definierter Testumfang ist damit die Basis für effizientes, zielgerichtetes und risikoorientiertes Testen.
Dieser klar definierte Umfang bildet die Grundlage für die Erstellung eines effektiven Testplans, der im nächsten Abschnitt näher erläutert wird.
Ein Testplan ist ein Führungsinstrument – kein Pflichtdokument
Softwarefehler sind kein technisches Randproblem, sondern ein messbares Geschäftsrisiko. Sie führen zu verspäteten Releases, ungeplanten Nacharbeiten, Budgetüberschreitungen und Vertrauensverlust bei Kunden. Genau hier setzt ein Testplan im Software Testing an – nicht als formales Dokument für Audits, sondern als Entscheidungs- und Steuerungsinstrument für Management und QA-Verantwortliche.
Bevor ein detaillierter Testplan erstellt wird, wird in der Regel eine Teststrategie (a test strategy) entwickelt. Die Teststrategie beschreibt das 'Warum' und 'Was' des Testens, legt die grundlegenden Ziele, Prinzipien und Standards fest und definiert den übergeordneten Rahmen für alle Testaktivitäten. Sie wird typischerweise von Senior Management oder Testarchitekten entwickelt und dient als langfristige, strategische Grundlage. Der Testplan hingegen konkretisiert das 'Wie', 'Wann' und 'Wer' des Testens für ein spezifisches Projekt und wird in der Regel von Testmanagern oder Testleitern erstellt. Während die Teststrategie die Ausrichtung und Methodik vorgibt, sorgt der Testplan für die operative Umsetzung und Organisation der Testdurchführung.
Ein Testplan ist ein detailliertes Dokument, das die spezifischen Testaktivitäten, Ressourcen, den Zeitplan und den Umfang für ein bestimmtes Projekt beschreibt. Er legt die Ziele, den Umfang, die Testmethoden, Ressourcen und den Zeitplan für die Testphase fest. Durch klare Eintritts- und Austrittskriterien sowie definierte Deliverables fördert er Verantwortlichkeit und Transparenz über den gesamten Testprozess hinweg. Als zentrale Informationsquelle verbessert der Testplan die Effizienz und Qualität der Tests, indem er Risiken dokumentiert und eine gemeinsame Entscheidungsbasis für alle Beteiligten schafft. Zudem ist ein Testplan dynamisch und wird regelmäßig aktualisiert, um Änderungen im Projektverlauf zu berücksichtigen.
Ein belastbarer Testplan macht Qualität planbar, Risiken früh sichtbar und schafft eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage für Entwicklung, Qualitätssicherung und Business.
Ein Testplan bietet Struktur und Klarheit, indem er den Testprozess effizient, effektiv und im Einklang mit den Unternehmenszielen gestaltet. Er fungiert als zentrale Informationsquelle für alle Stakeholder, fördert die teamübergreifende Kommunikation, definiert Rollen und Verantwortlichkeiten und standardisiert die Testterminologie. Durch die Festlegung benötigter Tools, Umgebungen und Ressourcen unterstützt der Testplan eine effiziente Ressourcenplanung. Risiken werden frühzeitig identifiziert und dokumentiert, sodass proaktive Maßnahmen möglich sind. Ein strukturierter Testplan steigert die Effizienz und Qualität des Projekts, erleichtert die Fortschrittskontrolle durch Meilensteine und Zeitpläne und stellt sicher, dass alle Teams auf gemeinsame Ziele hinarbeiten. Fehlt er – oder wird er zu spät erstellt – wird Testen reaktiv. Und Reaktion ist im Softwarekontext fast immer teurer als Prävention.
Dieser Überblick zeigt, warum es entscheidend ist, einen Testplan frühzeitig und sorgfältig zu erstellen. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie erfolgreiche Organisationen bei der Erstellung eines Testplans vorgehen und welche bewährten Methoden sich etabliert haben.
Testplan erstellen mit einem Software Test Plan Template: So gehen erfolgreiche Organisationen vor
Schritt 1: Risiken vor Funktionen
Nicht jede Funktion ist gleich kritisch. Business-Risiken bestimmen Testtiefe und Reihenfolge.
Schritt 2: Stakeholder einbinden
QA, Entwicklung und Fachbereich müssen dieselben Qualitätsziele teilen.
Schritt 3: Testtiefe bewusst festlegen
Was wird automatisiert? Was manuell getestet? Welche Restrisiken werden akzeptiert?
Schritt 4: Testplan leben
Ein Testplan ist kein statisches Dokument. Änderungen müssen dokumentiert und nachvollziehbar sein.
Schritt 5: Testplan überprüfen
Ein Testplan sollte von Teammitgliedern und Stakeholdern überprüft werden, um Genauigkeit und Vollständigkeit sicherzustellen – insbesondere im Rahmen von Projekten zur Testautomatisierung mit andagon.
Dieser strukturierte Ansatz bildet die Grundlage für den Einsatz von Testplan-Templates und Tools, die den Erstellungsprozess weiter optimieren.
Testplan-Templates und -Tools: Effizienz und Best Practices
Ein strukturierter Testplan ist das Rückgrat eines erfolgreichen Software-Testings. Um die Erstellung und Pflege eines solchen Testplans effizient und fehlerarm zu gestalten, setzen immer mehr Unternehmen auf bewährte Testplan-Templates und spezialisierte Tools. Diese Lösungen bieten nicht nur eine solide Grundlage für die Teststrategie, sondern helfen auch dabei, den gesamten Testing-Prozess zu standardisieren und zu beschleunigen.
Testplan-Templates dienen als Leitfaden, um alle relevanten Inhalte – von Testzielen über Testumfang bis hin zu Rollen und Verantwortlichkeiten – systematisch zu erfassen. Sie reduzieren das Risiko, wichtige Aspekte im Testplan zu übersehen, und sorgen für eine einheitliche Dokumentation im Team. Besonders in agilen oder schnelllebigen Projekten ermöglichen Templates eine schnelle Anpassung und Wiederverwendbarkeit, ohne dass die Qualität der Testplanung leidet.
Testplan-Tools wie aqua, Jira, TestRail oder Zephyr unterstützen QA-Teams und Testmanager dabei, Testpläne digital zu erstellen, zu versionieren und mit anderen Testing-Artefakten wie Testfällen, Defects und Reports zu verknüpfen. Sie bieten Funktionen zur Nachverfolgung von Testfortschritt, zur Zuweisung von Aufgaben an Teammitglieder und zur Integration in bestehende Entwicklungs- und CI/CD-Prozesse. So bleibt der Testplan stets aktuell und transparent für alle Beteiligten.
Dieser Einsatz von Templates und Tools bildet die Basis für konkrete Testplan-Beispiele aus der Praxis, die im nächsten Abschnitt vorgestellt werden.
Testplan-Beispiele aus der Praxis
Wie ein Testplan konkret aussieht, hängt stark vom jeweiligen Projekt und den Anforderungen ab. In der Praxis haben sich unterschiedliche Ansätze bewährt:
Web-Anwendung: Ein Testplan für eine Web-Anwendung definiert den Testumfang meist auf Basis der wichtigsten User Journeys, Browser-Kompatibilität und Sicherheitsanforderungen. Er legt fest, welche Funktionalitäten getestet werden, welche Testmethoden (z.B. manuelles vs. automatisiertes Testing) zum Einsatz kommen und wie die Ressourcen im Team verteilt werden. Der Zeitplan orientiert sich oft an Sprint-Zyklen oder Release-Meilensteinen.
Mobile App: Hier steht der Testumfang häufig im Zeichen der Geräte- und Betriebssystemvielfalt. Der Testplan beschreibt, welche Plattformen und Endgeräte abgedeckt werden, wie Usability und Performance Testing integriert werden und welche spezifischen Anforderungen – etwa Offline-Fähigkeit oder Push-Notifications – zu testen sind.
Unternehmens-Software-System: In komplexen Enterprise-Projekten umfasst der Testumfang meist zahlreiche Schnittstellen, Integrationen und Sicherheitsaspekte. Der Testplan legt besonderen Wert auf die Abdeckung von Geschäftsprozessen, die Durchführung von Performance Testing und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Ressourcen- und Zeitplanung sind hier oft besonders detailliert, um die Vielzahl an Abhängigkeiten zu steuern.
Diese Beispiele zeigen: Ein Testplan ist immer individuell auf das Produkt, die Anforderungen und den Scope of Testing zugeschnitten – und bildet so die Grundlage für ein erfolgreiches Testing.
Testplan-Optimierung: Den Plan zukunftssicher machen
Ein Testplan ist kein statisches Dokument, sondern muss sich kontinuierlich an die Anforderungen des Projekts und die Dynamik der Softwareentwicklung anpassen. Um Ihren Testplan zukunftssicher zu machen, empfiehlt es sich, regelmäßig folgende Aspekte zu überprüfen und zu optimieren:
Scope of Testing anpassen: Prüfen Sie, ob der aktuelle Testumfang noch alle relevanten Funktionen und Risiken abdeckt. Passen Sie den Umfang bei neuen Features oder geänderten Prioritäten an.
Testmethoden weiterentwickeln: Evaluieren Sie regelmäßig, ob die eingesetzten Testmethoden (z.B. manuelles Testing, automatisiertes Testing, Performance Testing) noch optimal zum Projekt passen.
Ressourcen flexibel planen: Überprüfen Sie, ob die vorhandenen Ressourcen – sowohl personell als auch technisch – den aktuellen Anforderungen des Testings entsprechen.
Zeitplan aktualisieren: Halten Sie den Zeitplan für die Testaktivitäten aktuell und passen Sie ihn bei Änderungen im Projektverlauf an.
Testfälle und Testdaten pflegen: Ergänzen oder überarbeiten Sie Testfälle, um neue Anforderungen oder Fehlerquellen abzudecken.
Testergebnisse auswerten: Analysieren Sie die Ergebnisse des Testings und leiten Sie daraus gezielte Anpassungen für den Testplan ab.
Durch diese kontinuierliche Optimierung stellen Sie sicher, dass Ihr Testplan stets den aktuellen Anforderungen entspricht, Risiken frühzeitig erkannt werden und das Testing einen nachhaltigen Beitrag zur Produktqualität leistet. Ein zukunftssicherer Testplan ist damit ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Softwareprojekt.
Mit diesem Wissen über die Optimierung Ihres Testplans können Sie typische Fehler vermeiden, die im nächsten Abschnitt behandelt werden.
Durchführung des Testens: Den Testplan in die Praxis bringen
Nach der sorgfältigen Erstellung eines Testplans beginnt die entscheidende Phase: die praktische Durchführung des Testens. Hier zeigt sich, wie wirkungsvoll Ihr Testplan als Steuerungsinstrument tatsächlich ist. Die Umsetzung des Testplans bedeutet, dass alle im Plan definierten Testaktivitäten, Testfälle und Testmethoden systematisch und nachvollziehbar ausgeführt werden. Dabei ist es essenziell, dass das Testteam die im Testplan festgelegten Testziele, den Testumfang sowie die Teststrategie konsequent verfolgt.
Ein strukturierter Software Test Plan gibt dem Testmanager und dem gesamten QA-Team die notwendige Orientierung, um die Testumgebung einzurichten, die Testressourcen optimal einzusetzen und die Testfälle effizient abzuarbeiten. Während der Testdurchführung werden die einzelnen Testfälle ausgeführt, die Ergebnisse dokumentiert und etwaige Abweichungen oder Defekte unmittelbar erfasst. Die lückenlose Dokumentation der Testergebnisse ist dabei nicht nur für die Nachvollziehbarkeit, sondern auch für die spätere Bewertung und Optimierung des Testprozesses unerlässlich.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die kontinuierliche Überwachung des Testfortschritts. Mithilfe von Metriken und Statusberichten, die im Testplan definiert wurden, behalten Testmanager und Projektleiter jederzeit den Überblick über den Stand der Testaktivitäten. So können Engpässe frühzeitig erkannt und Ressourcen gezielt umverteilt werden. Die regelmäßige Kommunikation mit allen Stakeholdern – von Entwicklern über das Management bis hin zu externen Partnern – stellt sicher, dass alle Beteiligten über den Fortschritt und etwaige Risiken informiert sind.
Die Durchführung des Testens ist somit weit mehr als das bloße Abarbeiten von Testfällen: Sie ist die konsequente Umsetzung der im Testplan festgelegten Strategie und Ziele. Nur wenn der Testplan als lebendiges Dokument verstanden und aktiv genutzt wird, kann das Testing seine volle Wirkung entfalten und die Qualität des Produkts nachhaltig sichern.
Bewertung des Testens: Erfolgskontrolle und Lessons Learned
Nach Abschluss der Testdurchführung steht die Bewertung des Testens im Mittelpunkt. Dieser Schritt ist entscheidend, um zu überprüfen, ob die im Testplan definierten Testziele tatsächlich erreicht wurden und ob die Software den Anforderungen des Projekts und der Stakeholder entspricht. Die Erfolgskontrolle basiert auf den im Testplan festgelegten Metriken, Abnahmekriterien und Pass/Fail-Kriterien. Sie ermöglicht eine objektive Einschätzung, ob das Produkt releasefähig ist oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
Im Rahmen der Bewertung werden alle Testergebnisse systematisch analysiert: Welche Testfälle wurden erfolgreich abgeschlossen? Wo traten Fehler auf? Welche Defekte wurden behoben, und welche Risiken bestehen weiterhin? Die Auswertung dieser Daten liefert wertvolle Erkenntnisse für das gesamte Team und bildet die Grundlage für fundierte Go/No-Go-Entscheidungen im Projektmanagement.
Ein zentraler Bestandteil der Bewertung ist die Identifikation von Lessons Learned. Hierbei werden die Erfahrungen aus dem gesamten Testing-Prozess reflektiert: Welche Aspekte des Testplans und der Teststrategie haben sich bewährt? Wo gab es Herausforderungen oder unerwartete Probleme? Welche Verbesserungen lassen sich für zukünftige Testprojekte ableiten? Die systematische Erfassung und Weitergabe dieser Erkenntnisse sorgt dafür, dass der Testplan und die Testprozesse kontinuierlich optimiert werden – ein entscheidender Faktor für nachhaltige Qualitätssicherung und Effizienzsteigerung im Software Testing.
Die Bewertung des Testens sollte stets von erfahrenen Testmanagern oder QA-Experten durchgeführt werden, die sowohl die technischen als auch die organisatorischen Aspekte im Blick haben. Durch die Kombination aus Erfolgskontrolle, Analyse der Testergebnisse und Lessons Learned wird sichergestellt, dass der Testplan nicht nur ein Dokument, sondern ein zentrales Werkzeug für die kontinuierliche Verbesserung des gesamten Testing-Prozesses bleibt. So wird aus jedem Testprojekt ein wertvoller Beitrag zur Weiterentwicklung der Teststrategie und zur Steigerung der Produktqualität.
Typische Fehler im Testplan – und ihre Business-Folgen
Die häufigsten Probleme entstehen organisatorisch, nicht technisch, wie etwa bei der Definition von Testfällen in Testszenarien.
- Testplan wird zu spät erstellt → Tests unter Zeitdruck, steigende Fehlerkosten.
- Zu generisch, nicht projektspezifisch → Scheinsicherheit, blinde Flecken.
- Unklare Verantwortlichkeiten → Verzögerungen, Eskalationen, niemand trifft Entscheidungen.
- Keine messbaren Abnahmekriterien → Diskussionen statt belastbarer Go/No-Go-Entscheidungen.
- Keine Pflege des Testplans → Dokument und Projektrealität driften auseinander.
Testplan als Kosten- und Risikoreduktionshebel
Ein strukturierter Testplan verschiebt die Fehlerfindung nach links im Entwicklungsprozess – also dahin, wo sie am günstigsten entdeckt werden. Das zeigt sich deutlich in messbaren KPIs:
In Projekten ohne strukturiertes Testmanagement werden über 50 % der Softwarefehler erst nach dem Go-Live entdeckt – genau dort, wo Fehler die höchsten Kosten und Risiken verursachen.
Durch strukturiertes Testmanagement und Testautomatisierung können bis zu 97 % der Fehler bereits vor dem Go-Live identifiziert werden.
Automatisierte Regressionstests reduzieren den manuellen Testaufwand für wiederkehrende Tests um bis zu 80 %.
Branchenbenchmarks zeigen, dass ein Fehler, der früh im Entwicklungsprozess entdeckt wird, 30- bis 100-mal günstiger zu beheben ist als ein Fehler im Produktivbetrieb.
Für das Management bedeutet das:
- bessere Planbarkeit von Releases
- weniger Überraschungen kurz vor Go-Live
- kalkulierbare QA-Aufwände statt ungeplanter Nachbesserungen
Ein guter Testplan ist damit nicht nur ein Qualitätsinstrument, sondern ein direkter ROI-Treiber.
Einblicke zu unseren Erfahrungen gibt es in unserem Webinar "Warum Testautomatisierung?"
Standard-Testplan oder individuelle Lösung?
Bevor mit der Erstellung eines Testplans begonnen wird, ist es wichtig, die Vorteile und Risiken von Standardtestplänen, die auf einer allgemeinen Vorlage basieren, und individuell erstellten Testplänen zu kennen. Generell gilt: Vorlagen sparen Zeit – bis sie Risiken verdecken.
Standard-Testpläne reichen, wenn:
- Systeme überschaubar sind
- Risiken gering eingeschätzt werden
- regulatorische Anforderungen niedrig sind
Individuelle Testpläne sind notwendig, wenn:
- Legacy-Systeme involviert sind
- viele Schnittstellen bestehe
- Fehler direkte Auswirkungen auf Umsatz, Kunden oder Reputation haben
Wann externe Unterstützung beim Testplan sinnvoll ist
Externe QA-Experten bringen Struktur und Objektivität, wenn:
- interne QA-Ressourcen ausgelastet sind
- Projekte unter hohem Zeitdruck stehen
- eine unabhängige Risikobewertung benötigt wird
Ein externer Review oder die gezielte Erstellung eines Testplans dient der Risikoreduktion und Entscheidungsabsicherung – nicht dem Ersatz interner Teams.
Management-Checkliste: Ist unser Testplan wirklich belastbar?
Beantworten Sie diese Fragen ehrlich mit Ja oder Nein:
- Sind unsere Qualitätskriterien messbar definiert?
- Sind Risiken priorisiert – nicht nur Funktionen?
- Weiß jede Rolle, wofür sie verantwortlich ist?
- Ist klar definiert, wann wir nicht releasen würden?
Wenn Sie mehr als zweimal „Nein“ antworten, besteht konkreter Handlungsbedarf.

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Testplan-Zusammenfassung
Ein Testplan ist das zentrale Steuerungsdokument für den gesamten Testing-Prozess in der Softwareentwicklung. Er setzt nicht nur die Teststrategie um und definiert die Testziele, sondern legt auch den Umfang des Testens, die zu testenden Komponenten und die Verantwortlichkeiten im Team fest. Mit einem klar strukturierten Testplan erhält das Team eine Roadmap, die alle Phasen des Testings abdeckt – von der Auswahl der Testmethoden über die Planung der Testumgebung bis hin zur Ressourcenallokation. So wird sichergestellt, dass keine kritischen Bereiche des Produkts übersehen werden und alle relevanten Tests vor dem Release durchgeführt werden. Ein effektiver Testplan bringt Transparenz und Nachvollziehbarkeit in den Testing-Prozess, fördert die Zusammenarbeit im Team und sorgt dafür, dass die Testing-Aktivitäten optimal auf die Geschäftsziele ausgerichtet sind. Durch die konsequente Anwendung eines Testplans können Teams ihre Testing-Prozesse effizienter gestalten und die Qualität des Endprodukts nachhaltig steigern.
Testplan-Fazit
Die Erstellung und kontinuierliche Pflege eines Testplans ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines erfolgreichen Softwareprojekts. Ein gut durchdachter Testplan hilft dem Team, die Testing-Aktivitäten gezielt zu steuern, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Softwarequalität systematisch zu verbessern. Indem Best Practices genutzt und Herausforderungen aktiv adressiert werden, kann das Team einen Testplan erstellen, der optimal auf die Anforderungen des Projekts zugeschnitten ist. Ein Testplan ist dabei weit mehr als ein statisches Dokument – er ist ein lebendiges Werkzeug, das den Testing-Prozess unterstützt, die Zusammenarbeit im Team fördert und die Grundlage für fundierte Entscheidungen im Projektmanagement bildet. Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Testplans bleibt das Testing stets aktuell und trägt maßgeblich zum Projekterfolg bei. Wer den Testplan als strategisches Instrument versteht und konsequent einsetzt, legt den Grundstein für effizientes, risikoorientiertes und qualitativ hochwertiges Software Testing.
FAQs
FAQ 1 Was ist ein Testplan im Software Testing?
Ein Testplan legt verbindlich fest, was, wie, wann und durch wen getestet wird und wann Software als freigabefähig gilt. Für professionelle Unterstützung rund um Testmanagement können Sie Kontakt mit andagon aufnehmen.
FAQ 2 Was gehört in einen Testplan?
Ein vollständiger Testplan enthält Testziele, Umfang, Risiken, Testarten, Rollen, Zeitplan sowie messbare Abnahmekriterien.
FAQ 3 Was ist der Unterschied zwischen Testplan und Teststrategie?
Die Teststrategie definiert den langfristigen Rahmen, der Testplan setzt diese Vorgaben projektspezifisch um.
FAQ 4 Wann sollte ein Testplan erstellt werden?
Ein Testplan sollte früh im Projekt entstehen, idealerweise parallel zur Anforderungsdefinition.
FAQ 5 Warum ist ein Testplan für das Management wichtig?
Weil er Risiken transparent macht, Go/No-Go-Entscheidungen absichert und Kosten durch frühe Fehlererkennung reduziert.