Verpasst? Die Barrierefreiheit Webinar-Aufzeichnung ist jetzt online

andagon Team in DigitaleBarrierefreiheit WCAG BFSG BITV AccessibilityTesting Screenreader andagon · 20.08.2026 · 2 Min. Lesezeit

Ihr habt unser Live-Webinar "Digitale Barrierefreiheit mit andagon" verpasst? Kein Problem – die Aufzeichnung mit der Live-Demo und der Q&A-Session steht ab sofort für euch bereit. Immanuel Georgius, ISTQB®-zertifizierter Softwaretester & Accessibility Specialist bei andagon, zeigt in der Aufzeichnung live, wie ein professioneller Accessibility-Test in der Praxis abläuft – Schritt für Schritt, direkt an einer echten Website.

Teil 1: Automatisierte Schnellprüfung mit WAVE

Der Einstieg erfolgt über das Browser-Tool WAVE, das gängige Verstöße automatisiert aufspürt. Direkt zu sehen: ein fehlender bzw. nicht-informativer Seitentitel, der Screenreader-Nutzer:innen nur die reine URL vorliest, sowie mehrere "Empty Links" – Buttons ohne Linktext, bei denen niemand weiß, wohin der Klick führt. Dazu kommen klassische Kontrastfehler, etwa weiße Schrift auf blauem Hintergrund im Hauptmenü mit einem Kontrastverhältnis von nur 3,3:1, weit unter dem geforderten Mindestwert.

Die zentrale Erkenntnis direkt aus der Demo: Automatisierte Tools wie WAVE decken nur etwa 30–50 % der WCAG-Probleme auf. Der Rest lässt sich nur durch manuelle Sicht- und Funktionsprüfung finden.

Teil 2: Manuelle Prüfung anhand konkreter Testfälle

Im zweiten Teil der Demo führt Immanuel reale WCAG-Testfälle in andagons hauseigener ALM-Lösung vor:

• 1.4.1 – Benutzung von Farbe (Konformitätsstufe A): Ein Link im Karussell ("Mehr Infos!") wird ausschließlich durch die Farbe Blau als klickbar gekennzeichnet – ohne Unterstreichung, Icon oder Fettung. Für Menschen, die Farben nicht unterscheiden können, ist dieser Call-to-Action unsichtbar.

• 1.4.10 – Reflow (Konformitätsstufe AA): Beim Reflow-Test bei 400 % Zoom verschwinden Telefonnummer und Icons aus der Kopfzeile vollständig – Informationen gehen verloren, obwohl die Seite auf den ersten Blick weiterhin funktioniert.

• 2.4.7 – Fokus sichtbar (Konformitätsstufe AA): Während das Tabben durch die untere Seitenleiste den Fokus klar farblich markiert, verschwindet dieser Hinweis komplett in der oberen Navigationsleiste – einzig erkennbar an der URL-Anzeige unten rechts im Browser, praktisch unbrauchbar für Tastatur-Nutzer:innen.

• 3.3.2 – Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen (Konformitätsstufe A): Im Kontaktformular verschwindet die Beschriftung eines Eingabefelds (z. B. „Vorname“), sobald man zu tippen beginnt – ein häufiger, aber gravierender Fehler.

• 4.1.2 – Name, Rolle, Wert (Konformitätsstufe A): Über die Linkliste des Screenreaders werden erneut mehrere „Unlabeled Links“ sichtbar – ein Verstoß gegen die Anforderung „Name, Rolle, Wert“, die eine eindeutige Zuordnung zwischen Element, Funktion und Zustand vorschreibt.

Am Ende steht ein automatisiert generierter Prüfbericht mit rechtlicher Grundlage, verwendeten Tools, Prüfmethodik und sortierten Ergebnissen – inklusive einer maßgeschneiderten Barrierefreiheitserklärung, die Unternehmen direkt auf ihrer Website einbinden können.

Teil 3: Wie andagon unterstützt

Im Anschluss an die Demo stellt Vera Kopistecki das andagon-Leistungsspektrum vor: vom Accessibility Assessment (automatisierte Scans plus manuelle Expertenprüfung mit Screenreader und Tastatur, Befund und Priorisierung nach Schweregrad) über die Begleitung bei der Umsetzung (Review der Fixes, Nachtests, Erstellung der Barrierefreiheitserklärung) bis hin zur dauerhaften Absicherung durch Accessibility-Checks in CI/CD, Schulungen für Entwicklung, Design und Redaktion sowie wiederkehrende Audits nach Releases.

Teil 4: Fragen aus dem Publikum

Die Q&A-Session greift praxisnahe Themen auf, die im Webinar-Chat aufkamen:

Automatisierung von "Name, Rolle, Wert"-Prüfungen: Sofern eine programmatisch erkennbare Struktur existiert (z. B. native HTML-Elemente für Labels), lässt sich dieser Prüfschritt automatisieren. Werden Labels dagegen nicht über native HTML-Elemente erzeugt, müssen Tastatursteuerung, Beschriftungen und Zuordnungen manuell geprüft werden.

Skalierung auf mehrere Websites und Prozesse: Bei z. B. 98 BITV-Prüfschritten über mehrere Vorgänge oder Webseiten hinweg empfiehlt Immanuel, Testfälle grundsätzlich getrennt aufzubauen, gemeinsame Module aber wiederzuverwenden, um Änderungen und Funktionalitäten je Seite gezielt abdecken zu können.

Barrierefreiheit und KI: Je besser die programmatische Barrierefreiheit einer Website umgesetzt ist, desto zugänglicher ist sie auch für KI-Systeme, die dieselben strukturellen Informationen zur Navigation nutzen.

Jetzt reinschauen und selbst nachvollziehen, wie viele Barrieren sich hinter einer scheinbar "guten" Website verstecken können.

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