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Tool-Test: Rational Test Virtualization Server (RTVS) mit aqua

Tool-Test: Rational Test Virtualization Server (RTVS) mit aqua

In unserer 3-teiligen Serie zur „Service Virtualisierung“ haben unsere Testexperten alle Vorteile und Einsatzmöglichkeiten dieses Vorgehen beleuchtet. Warum wissen das unsere Experten eigentlich so genau? Richtig! Weil sie tagtäglich auf unterschiedlichen Projekten in unterschiedlichen Unternehmen damit arbeiten. Das bedeutet auch, dass uns keine Lösung fremd ist. Egal welches Tool ein Unternehmen zur Verwaltung und Umsetzung der virtuellen Stubs im Einsatz hat, wir kennen alle – und können alle auch in aqua, unserem agilen Testmanagement Tool, abbilden.

Den Überblick behalten

Da die Nachfrage nach dieser Art des Testens immer größer wird, steigt auch die Zahl der Anbieter. Größen der Branche sind neben Micro FocusHP Inc. (Hewlett Packard) und IBM. Weit verbreitet ist die Lösung von IBM. Deswegen visualisieren wir mit aqua in diesem Beitrag den „Rational Test Virtualization Server“ (kurz: RTVS), früher bekannt als „Green Hat Virtualization“, von IBM.

Abb.: Definierte Stubs im RTVS von IBM

Aufbau des RTVS

Der RTVS beruht auf einem orchestrierten Zusammenspiel. 
Die Komponenten sind: 

  • Rational Integration Tester („RIT“): Die Primäre Anwendung zum Erstellen von Stubs.
  • Rational Integration Test Agent: Agenten führen Stubs in der RTVS-Umgebung aus.
  • Rational Test Control Panel („RTCP“): Eine Webanwendung zur Verwaltung von virtuellen Services und Agenten.
  • Rational Test Virtualization Server („RTVS“): Die Laufzeitumgebung der virtuellen Services, ein Proxy Server.
Abb.: Übersicht des Rational Test Control Panel (RTCP)

Das IBM-Tool arbeitet stets in einem der folgenden 3 Betriebsmodi:

  1. Durchleitung
  2. Aufzeichnung
  3. Virtualisierung

Ablauf des RTVS mit aqua-API

1. Durchleitung:

Die RTVS-Umgebung agiert als reiner Proxy, der sich nicht „einmischt“. Es findet damit eine Kommunikation zwischen Client und Service statt.

Abb.: RTVS-Betriebsmodus „Durchleitung“

2. Aufzeichnung:

Der Datenverkehr zwischen Client und Service wird durchgeleitet. Ein Virtualisierungs-Stub wird definiert (beinhaltet das definierte Antwortverhalten (Programmlogik).

Abb.: RTVS-Betriebsmodus „Aufzeichnung“

3. Virtualisierung:

Ist der echte Service nicht verfügbar, so kann der zugehörige Stub aktiviert werden. Der Client kann weitergetestet werden, die definierten Stubs sind anpassbar.

Abb.: RTVS-Betriebsmodus „Virtualisierung“

Fazit

Der RTVS ist leicht bedienbar und garantiert einen schnellen Erfolg. In der zu entwickelnden Anwendung ist keine Änderung notwendig, Stubs können aufgesetzt, definiert und verwaltet werden. In der IBM-Lösung gibt es per Design keine Abhängigkeiten zwischen unterstützten Protokollen (HTTP/S, MQ, J2IMS) und Datenstrukturen (Copybook, XML, XSD, JSON und WSDL).

Zudem können mittels des Kommunikationsprotokolls „http/s“ Schnittstellen getestet und simuliert werden. Die Anwendung erlaubt es, Testdaten für zukünftige Testaktivitäten aufzuzeichnen und als Excel-Dateien zu exportiert. 

Die REST (Representational State Transfer)-Technologie wird auch von der IBM-Lösung unterstützt. Damit können API-Apps simuliert werden, ebenso eine API-Sandbox. Eine Alternative zu anderen Schnittstellen wie SOAP oder WSDL ist also auch gegeben.

Blick hinter die Kulissen

Auch in unserem Alltag profitieren erfahrenen Testprofis sowie neue Teammitglieder von der Service Virtualisierung, da unter Umständen zur Testzeit oder während des Onboarding-Prozesses die aqua-API nicht erreichbar ist. Dank der virtualisierten Abbilder kann diese jedoch trotzdem angewendet werden, da das Verhalten des Systems nicht beeinflusst wird und die Funktionalitäten bis zum Ausfallzeitpunkt vorhanden ist.

Zudem können mehrere virtuelle Services unterschiedlicher Komplexität für die Weiterbildungen und/oder Einarbeitung beliebig bereitgestellt werden. 

Ebenso lässt sich RTVS mit aqua integrieren. Dies erfolgt über die bereitgestellten aqua-Agenten „Powershell. Über diesen Agenten können Testfälle von aqua gestartet werden um die definierten Stubs aus dem RTVS steuern zu können. Bedingung dafür ist, dass die bereitgestellten Stubs im gleichen Verzeichnis wie die Agenten befinden. Ebenso müssen innerhalb der Agenten auf die Stubs verwiesen werden. 

Abb.: RTVS mit aqua-Agent „Powershell“

Konkret würde es beispielsweise wie folgt sein:
Vorab wird geprüft, ob der echte aqua-Server verfügbar ist. Trifft dies nicht zu, dann werden die erstellten Stubs aus dem RTVS gestartet. Dementsprechend müsste dann eine Rückmeldung an aqua erfolgen, dass die Virtualisierung angestoßen wurde.

Sobald dies geschehen ist, wird der Testfall gestartet und ausgeführt. Ist der Testfall abgeschlossen, dann wird der Stub im RTVS gestoppt. Beispielhafte Szenarien wären die Simulationen von Falschantworten, Serverausfall, Requests und Responses in unterschiedlichen Intervallen.

Neben den bereits beschriebenen Technologien unterstützt die IBM-Lösung mehr als 40 Kommunikationstechnologien:

Messaging
Protocols
SOA, ESB, OthersMessage
Formats
HTTP/SWebSphere Application ServerXML (XSD, WSDL, WADL)
WebSpehere
MQ
IBM Integration Bus
(WSMB)
SOAP
JMWebSphere MQJSON
RESTWebSphere SI BusCOBOL Copybook
S/MIMEWebSphere RRPL/I
Java RMI
(Virtualization
only)
UDDIASC X12
JVM (Virtualization
only)
Webservice/REST
(WSDL/WADL)
UN/EDIFACT
SAP IDoc, BAPI, RFC System z (CICS and
IMS)
DFDL
Software AG‘ s
IB & IS
Software AG IS,
Broker, BPMS
ISO 8583 / 20022
TCP/(S), IP, UDPOracle FusionFixed Width
CICS TGTIBCO ActiveMatrixJava Objects
CICS IPICBPMAS2
CICS DPLDatabasesSoftware AG
Broker Docs
IMS ConnectLog Files.Net Objects
TIBCO Rendezvous,
Smart Socket & EMS
CentraSiteBytes
ActiveMQSCA DomainSWIFT
Email (SMTP,
IMAP)
(testing)
SwaggerCHIPS
FTP/SIBM API
Management
TIBCO Active
Enterprise

Tabelle: Kommunikationstechnologien (Auszug)

Unsere andagon Experten treffen in vielen unserer Kundenprojekte auf das Tool „HP ALM“. Auch hier kann das „RTVS“-Tool zur Verwaltung des zentralen Anwendungslebenszyklus von der Anforderung bis hin zur Bereitstellung nützlich sein. Denn der „Rational Test Virtualization Server“ ermöglicht eine Integration in „HP ALM“. Definierte Testfälle, die über die virtuelle Schnittstelle laufen, können ausgeführt werden. Ebenso werden auch Reports zur Dokumentation von Bugs und Defekts erstellt und gespeichert. 
Auch mit weiteren Produkten der IBM-Familie (z. B. „Rational Test Workbench“, „Rational Quality Manager“) ist der RTVS kompatibel. 

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